Sonntag, 12. Mai 2013

Rezension: Edward Kelsey Moore - "Mrs Roosevelt und das Wunder von Earl's Diner"



Titel: Mrs Roosevelt und das Wunder von Earl's Diner
Original: The Supremes at Earl's All-You-Can-Eat
Autor: Edward Kelsey Moore
Verlag: Limes
Erscheinungsjahr: 2013
Genre: Roman
Seiten: 447
Preis: 19,99€
Leseprobe!


„Aber was du begreifen musst, ist, dass ich alles tun würde, um die Handvoll Menschen zu beschützen, die mich wirklich lieben.“ (Seite 245)


Odette, Clarice und Barbara Jean, sind besser bekannt als die Supremes. Nunmehr 40 Jahre treffen sich die Frauen jeden Sonntag in Earl’s Diner und erleben gemeinsam Höhen und Tiefen, die ihre Freundschaft festigen.

Dieses Buch ist wie eine Wundertüte: es gibt viele schöne Momente, aber auch denkwürdige und traurige Ereignisse werfen ihre Schatten. Dabei ist Earl’s Diner die einzige Konstante im Leben der Drei, denn egal wie schlecht es ihnen geht, nie verpassen sie ihr wöchentliches Treffen.
Jede der drei Damen hat ihr eigenes Päckchen zu tragen. Odette sieht plötzlich Geister, wie ihre verstorbene Mutter. Clarice kämpft mit der Untreue ihres Mannes und Barbara Jean muss sich eingestehen, dass sie nicht so glücklich ist, wie sie, dank hohen Alkoholkonsums, immer dachte. Die Thematik ist also durchaus ernst und es handelt sich nicht um eine Lektüre, die zwischen Tür und Angel gelesen werden sollte.

„Aber Clarice würde zu Barbara Jean nie ein Wort darüber verlieren, wie sie sich kleidete, dass wussten wir beide. Genauso wenig wie sie und Barbara Jean mir ins Gesicht sagen würden, dass ich fett sei, und Barbara Jean und ich Clarice nicht mit der Nase darauf stoßen würden, dass ihr Mann ein räudiger Hund war. Das war Teil der freundschaftlichen Rücksichtsnahme, die mit der Mitgliedschaft bei den Supremes einherging. Wir sahen über die Fehler der anderen hinweg und behandelten uns gegenseitig gut, auch dann, wenn wir es nicht verdienten.“ (Seite 57)

Um was geht es also im Debütroman von Edward Kelsey Moore? Ganz klar: um Freundschaft. Egal, in welcher Situation sich Odette, Clarice oder Barbara Jean befinden, egal zu welchem Zeitpunkt ihres Lebens, die Supremes sind immer füreinander da. Ihre Freundschaft stärkt sie, gibt ihnen den fehlenden Mut, um endlich einen wichtigen Schritt zu wagen, spendet ihnen Geborgenheit und vor allem können sie sich aufeinander verlassen.
Selten habe ich ein Buch gelesen, das mich so berührt hat und dass, obwohl die Handlung nicht besonders aufregend ist. Das muss sie auch gar nicht, denn die Stärke der Freundschaft, die die Drei verbindet, ist so beeindruckend und einnehmend, dass getrost auf künstlich aufgeblasene Handlung verzichtet werden kann.

Edward Kelsey Moore versteht es, eine ruhige, aber dennoch nicht langweilige, Geschichte zu stricken. Ohne die gehörige Portion Witz und Esprit, wäre dieses Buch wohl an Melancholie nicht zu übertreffen. Themen wie Vergänglichkeit, Rassismus oder Krankheit sind sicher harter Tobak. Hinzukommt die inhaltliche Dichte der ersten Kapitel. Es wird viel über die Protagonistinnen preisgegeben, die eigentliche Handlung tritt dabei völlig in den Hintergrund, leider. Wer sich aber nicht entmutigen lässt und weiter liest, wird definitiv belohnt!
Perspektivwechsel ermöglichen es, tiefer einzutauchen in das Leben der jeweiligen Protagonistin. So verschieden wie die Protagonistinnen, so verschieden sind auch ihre Wahrnehmungen. Gerade diese verschiedenen Perspektiven sind charakteristisch für „Mrs Roosevelt und das Wunder von Earl’s Diner“. Durch die verschiedenen Eindrücke gewinnt die Handlung an Authentizität und bleibt abwechslungsreich.

Es geht um große Emotionen, um einschneidende Erlebnisse und vor allem um die unerschütterliche Freundschaft zwischen drei Frauen, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Sie lernen voneinander und meistern zusammen, jede ach so schwere Situation.
Mit der richtigen Prise Humor wird der Leser Teil des Dreiergespanns und erlebt mit ihnen ein echtes Wunder.

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