Mittwoch, 2. Januar 2013

Rezension: Vincent Bugliosi - "Helter Skelter"

Titel: Helter Skelter - Der Mordrausch des Charles   Manson
Originaltitel: Helter Skelter
Autor: Vincent Bugliosi
Verlag: riva
Erscheinungsjahr: 2010, 2. Auflage
Genre: Sachbuch
Seiten: 747
Preis: 29,99€ 

"Die anhaltende Faszination dieses Falls beruht jedoch weniger auf der Zahl der Opfer als vielmehr auf einer Reihe anderer Faktoren, die in der amerikanischen Kriminalgeschichte vermutlich einzigartig sind: die Prominenz der Opfer, die Monate der Mutmaßung und Spekulation, die große Angst, die umging, bevor die Mörder identifiziert wurden, das unglaublich bizarre Motiv für die Verbrechen, ein schwarz-weißes Armageddon entfachen zu wollen, die Inspiration aus Songtexten der Beatles, der berühmtesten Rockgruppe aller Zeiten, und der mephistophelische Gur, der im Hintergrund die Strippen zieht und mit seiner bemerkenswerten Überzeugungskraft andere dazu bringt, für ihn zu morden [...]" (Seite 697)
Kein Fall beschäftigt die Menschen bis heute noch so wie die Morde der Manson Family. Auch noch Jahrzehnte nach den Morden und dem Prozess ist Charles Manson für viele der Inbegriff des Bösen aber auch Kultfigur. Vincent Bugliosi war der verantwortliche Staatsanwalt im Prozess gegen Charles Manson, Susan Atkins, Patricia Krenwinkel und Leslie Van Houten. Wer, wenn nicht er, kann also ein Buch voller Informationen über Prozess, die Morde und die Täter schreiben. Ganze 750 Seiten dick ist „Helter Skelter“ und jede Seite ist informativ und zu keinem Punkt hatte ich das Gefühl ein Sachbuch zu lesen.
Chronologisch wird der Leser durch das Geschehen geführt. Zu Beginn des Buches werden die Morde beschrieben. Grausam zugerichtete Menschen, die hingerichtet wurden von Verrückten. Dann werden die Ermittlungsarbeiten und die Fehler die während dieser unterliefen aufgearbeitet, bis es schließlich zu Manson selbst kommt und seinem kranken Gedankengut. Der Prozess nimmt im Buch natürlich auch einen großen Teil ein.

Inhaltlich lässt sich zu dem Buch recht wenig sagen. Gut geschrieben ist es definitiv, aber man sollte sich bewusst sein, was man da eigentlich liest. Anders als sonst ist es nicht fiktiv, nein, diese Morde sind tatsächlich passiert. Charles Manson, der sich als Jesus Christus sieht, hat viele Menschen angelockt, in seinen Bann gezogen und manipuliert. Unschuldige Menschen mussten ihr Leben lassen und im Laufe des Buches wird auch schnell klar, dass es durchaus mehr als „nur“ 7 Morde gab. Weltweit zählt dieser Fall nach wie vor zu den schlimmsten und das obwohl mittlerweile fast tagtäglich Morde begangen werden bei denen mehr Menschen umgebracht werden. Was wohl fasziniert und abschreckt, ist, dass Charles Manson es geschafft hat, Menschen soweit zu beeinflussen, dass sie selbst ihre Familien umgebracht hätten, nur um seinen Idealen zu entsprechen. Und natürlich war dieser Fall der erste, bei dem die Presse sich aktiv beteiligte und somit auch den Prozess verzerrte und stellenweise falsche Tatsachen berichtete.

Spannend bis zur letzten Seite und eben nicht wie viele andere Publikation verfälscht und reißerisch geschrieben.



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