Samstag, 19. Januar 2013

Rezension: Ali McNamara - "Tatsächlich Liebe in Notting Hill"

Titel: Tatsächlich Liebe in Notting Hill
Originaltitel: From Notting Hill to Love... Actually
Autorin: Ali McNamara
Verlag: Goldmann
Erscheinungsjahr: 2012
Genre: Roman
Seiten: 428
Preis: 8,99€ 

"Das Licht im Zuschauerraum wurde gedimmt, der Vorhang bewegte sich zur Seite und enthüllte eine riesengroße Leinwand. Sofort befand ich mich in meiner Wohlfühloase, in der ich mich innerhalb der nächsten zwei Stunden nur mit dem Leben einer anderen Person beschäftigen musste - mein eigenes, stets kompliziertes Leben konnte ich zumindest zeitweise einmal ausblenden."

Scarlett lebt in ihrem eigenen Film und niemand aus ihrem Freundeskreis versteht sie. Also entscheidet sie sich, kurz vor der Hochzeit eine Auszeit zu nehmen und nach London zu gehen, um dort auf ein Haus aufzupassen. Schon bald merkt Scarlett, dass es doch möglich ist, wie in einem Film zu leben. Nicht ganz unschuldig daran ist ihr Nachbar Sean, der sie wie auf Händen trägt und ihr sofort den Kopf verdreht.

Vorsicht, dieser Roman ist definitiv nur was für kitschresistente Leser! Vollgepackt mit Zufällen und ganz viel Liebe kommt er daher und verspricht dem Leser ein kurzweiliges Lesevergnügen.

Protagonistin Scarlett ist ein Filmfreak, hinter jeder Ecke lauert eine Szene aus einem Kinofilm und auch fast jeder Mensch erinnert sie an einen Schauspieler. Das war am Anfang ganz nett, aber irgendwann hat es bei mir nur noch zu genervtem Augenrollen geführt. Ihre Lieblingsfilme sind Notting Hill, Tatsächlich Liebe, Pretty Woman, Liebe braucht keine Ferien und Schlaflos in Seattle. Die Filme kenne ich und mag ich alle – deswegen konnte ich die meisten Filmzitate auch einordnen.

Nach und nach entwickelt sich Scarlett meiner Meinung nach aber und wurde sympathischer. Konnte ich ihren Verlobten David am Anfang noch verstehen, wurde es zum Ende hin so, dass ich wirklich gehofft habe, dass sie ihn nicht heiratet! In ihrer Heimatstadt scheint Scarlett einfach nicht glücklich zu werden, niemand nimmt sie ernst und selbst ihre beste Freundin Maddie versteht nicht, dass Scarlett Filme so liebt. Da kommt es ihr entgegen, dass sie das Haus von Freunden in Notting Hill hüten darf, genau wie in „Liebe braucht keine Ferien“. Der Leser kann sich sicher sein, das wird nicht die einzige Filmparallele bleiben.

Ich finde die Idee das Buch mit Filmszenen zu spicken sehr erfrischend und neu, aber irgendwann war es mir einfach zu viel. Scarlett legt es natürlich auch darauf an, aus allem eine Filmszene zu machen, das kann aber auch gewaltig in die Hose gehen und machte das ganze dann wieder sympathisch. Die Handlung ist wie so oft im ChickLit Genre sehr voraussehbar, aber Ali McNamara schafft es den ein oder anderen unerwarteten Wendepunkt einzubauen! Scarlett ist noch sehr jung, 24, und will, aus falschen Gründen heiraten. Das Buch thematisiert also auch den Wandel von Scarlett vom Mädchen hin zur Frau. Es geht ums Erwachsenwerden und darum nie die Hoffnung auf sein eigenes filmreifes Happy End zu verlieren oder aufzugeben. Scarlett hat Träume und die verfolgt sie auf ihre eigene Art und Weise, auf dem Weg zu ihrem Happy End, kommt noch der ein oder andere schräge Moment auf sie zu und nicht nur eine Hürde die sie überwinden muss.

Am Ende kann der Leser dann sein neu erlangtes Filmwissen anhand eines Filmquiz testen und erfährt einiges über Scarletts Lieblingsfilme! Sehr schönes Gimmick und das Rätsel macht auch wirklich Spaß!
Alles in allem eine lockerleichte Frauenlektüre, die durch den angenehmen Schreibstil der Autorin einige nette Lesestunden beschert. Leider fehlte es mir an Witz und zu oft triefte die Geschichte nur so vor Kitsch, sodass das „Tatsächlich Liebe in Notting Hill“ es nicht über drei Schweinchen hinaus schafft. 

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