Freitag, 13. Juli 2012

Rezension: Iny Lorentz - "Die Wanderhure"


Titel: Die Wanderhure
Autorin: Iny Lorentz
Verlag: Knaur.
Erscheinungsjahr: 2005
Genre: Historischer Roman
Seiten: 606
Preis: 8,95 €

"In ihrem Unterleib wüteten kaum noch erträgliche Schmerzen, und vor ihren Augen tanzten rote Flecken wie die Flammen der Hölle. Hinter Klostermauern würde sie die Grausamkeit der Welt vergessen können. Doch ihr war bewusst, dass man sie nur begnadigen würde, wenn sie einen Meineid schwor." (Seite 64)


Marie soll heiraten und zwar niemand geringeren als Graf Ruppert. Ihr Vater ist blind vor Glück und läuft blindlings in einen Hinterhalt hinein. Marie wird entehrt und muss fortan als Hure ihr Geld verdienen. Doch in ihr brodelt es und sie will sich an ihren Peinigern rächen.

Zum ersten Mal wage ich mich an einen historischen Roman und hingegen aller Befürchtungen war es nicht mal annähernd so schlimm wie erwartet.  Es hat mir sogar Spaß gemacht, das Buch zu lesen, obwohl ich mich stellenweise ein wenig langweilte, weil diese ganzen Aufzählungen wem welche Burg gehört, dann doch ermüdeten.
Direkt am Anfang habe ich schon richtig mitgefiebert, natürlich, denn hier passiert der erste Schicksalsschlag. Eine Familie wird entzweit und ein junges Mädchen von nun als Abschaum der Gesellschaft angesehen.
Graf Ruppert ist mir von Anfang sehr unsympathisch, es gibt wohl keine einzige gute Charaktereigenschaft an dieser Person - er verkörpert das Böse. Ich habe Marie von Anfang die Daumen gedrückt, dass sie sich eines Tages an diesem Mann rächen kann.
Marie hingegen ist logischerweise die totale Sympathieträgerin - ihre Veränderung im Laufe der Geschichte fand  ich bemerkenswert. Hiltrud, ihre Begleiterin, war des Öfteren die Stimme der Vernunft und die Konstante in Maries Leben aber irgendwie blieb ihr Charakter in meinen Augen recht farblos.

Die Autoren schaffen einen authentischen Eindruck des Mittelalters. Natürlich bin ich keine Expertin, aber mir kam das alles schon recht schlüssig vor.
Ich persönlich hätte ja noch ein bisschen mehr Folter vertragen können, aber auch so war es größtenteils recht spannend.

Warum mir das Buch gut gefällt kann ich eigentlich gar nicht sagen, denn es handelt von Prostitution, Gewalt und Vergewaltigungen. Im Prinzip also kein Buch was ich unbedingt weiterempfehlen würde, aber dennoch hat es einfach auch so viele andere Seiten - wie zum Beispiel die Entwicklung von Marie oder ihre Rachepläne, sogar eine kleine Liebesgeschichte gibt es!
Ich will auf  jeden Fall wissen wie es weitergeht und werde auch die anderen Bücher lesen.

Falls ihr noch den ein oder anderen empfehlenswerten historischen Roman kennt - immer her damit? :-)


5 Kommentare:

Petzi hat gesagt…

Ich kann dir ganz viele empfehlen und schick dir mal eine Mail :)

Grüße, Petra

LeseMaus hat gesagt…

Oh ja, da weiß ich was. Lies auf jeden Fall mal die Kreuz-Reihe von Petra Schier. 1. Die Eifelgräfin und 2. Die Gewürzhändlerin. Beide sind sowas von toll, ich habe sie verschlungen!
Ich habe "Die Eifelgräfin" bei mir auch rezensiert, falls du nachschauen willst: http://lesemausimbuecherhaus.blogspot.de/2012/05/rezension-die-eifelgrafin-von-petra.html

Denise hat gesagt…

Na, das ist doch super, dass dir das Buch gefallen hat :) So ist der Einstieg in ein neues Genre doch am besten ;)
Was mir in der letzten Zeit gut gefallen hat waren beispielsweise Im Land des Korallenbaums von Sofia Caspari oder Die Sündenheilerin von Melanie Metzenthin. Aber das kommt ja auch immer drauf an, welche historischen Romane man gerne liest ;)

kathrin hat gesagt…

Schaus mir direkt mal an! :-) Ich hoffe, dass das Genre mir auch weiterhin gefällt und die Wanderhure nicht nur ein Glücksgriff war *g*

kathrin hat gesagt…

die Rezi ist richtig gut gelungen! :-)

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