Dienstag, 10. Juli 2012

Rezension: Frau Freitag - "Voll streng, Frau Freitag"


Titel: Voll streng, Frau Freitag
Autorin: Frau Freitag
Verlag: ullstein
Erscheinungsjahr: 2012
Genre: Unterhaltungsliteratur
Seiten: 286
Preis: 9,99 €

"Meine Schüler können nicht still sein. Nie! ständig unterbrechen sie mich, andere Schüler, sich selbst... Die gackern rum, weil in ihren Köpfen nur Hormone rumfliegen, die sich auf alle Synapsen gesetzt haben. Keine Möglichkeit, dass da Vernunft andockt, geschweige denn Wissenswertes. Licht an, aber keiner zu Hause."



Frau Freitag begleitet ihre 10te Klasse auf dem Weg zur Realschulprüfung und bei wichtigen Zukunftsfragen.  Fragen, naja die gibts eigentlich nicht. Denn die Schüler interessieren sich für alles, es darf nur nichts mit Schule oder Arbeit zutun haben.

Oh Gott, genauso und nicht anders stell ich mir den Lehrerberuf vor. Nervige, faule Kinder, die sich null für das interessieren was ich ihnen bei bringen will.
Wunderbar überspitzt erzählt Frau Freitag von ihrem Lehrerleben. Oft brachte mich das zum Lachen, oft schüttelte ich auch mit dem Kopf, weil ich mir die Situationen nicht vorstellen konnte.
Sprachlich passt sich Frau Freitag immer mehr ihren Schülern an - wird heute wirklich so gesprochen? Furchtbar. Sie hält den Kids aber so auf charmante Weise den Spiegel vor.
Auch zwischendurch passt sich der Schreibstil dem Sprachstil an, was zum Glück nicht allzu oft passiert ist und somit noch im erträglichen Rahmen war.

Sie ärgert sich oft über die Faulheit der Kinder und ihre Akzeptanz, dass sie perspektivlos in die Zukunft gehen - als Lehrerin also ein Musterbeispiel, denn vielen Lehrern ist es furchtbar egal, was nach dem Abschluss mit den Kindern geschieht.
Und die Kinder bereiten ihr auch oft eine Freude, immer dann wenn sie es nicht erwartet, zeigen diese eine ganz neue Seite von sich und machen Frau Freitag damit sehr glücklich!
"Schüler, ich liebe euch! Meine Klasse rockt, aber big time!"
Das Buch ist glücklicherweise nicht nach Kapiteln sortiert, sondern in Sinnesabschnitte unterteilt, die häufig witzige Überschriften tragen, zum Beispiel "Massiver Kopffick".
Die Kürze der Abschnitte ist für mich ein dickes Plus, so konnte ich es gut zwischendurch lesen und saß nie zu lange an einem Kapitel. Perfekt also für Bahnfahrten oder kurze Pausen.


Sehr gut unterhalten haben mich immer wieder die Facebook-Passagen - natürlich darf Facebook in einem Buch über Jugendliche nicht fehlen. So erstellt Frau Freitag ein Lehrerprofil, hat die Chance ihre Schüler zu stalken und enhält dem Leser die Ergebnisse auch nicht. Ich habe wirklich laut lachen müssen als ich die Statusmeldungen lesen durfte - einfach großartig.

Ein lustiges Buch über die Höhen und Tiefen des Lehrerjobs - witzig verpackt und ehrlich geschrieben, denn Frau Freitag lässt auch öfter ihrer Wut freien Lauf.
Ich habe den Vorgänger "Chill mal, Frau Freitag" nicht gelesen und hatte keinerlei Probleme die Story zu verstehen.
Empfehlenswertes Buch für zwischendurch und ein Muss für Lehrämtler! ;-)

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