Freitag, 20. Juli 2012

Rezension: Araminta Hall - "Kein sicherer Ort"



Titel: Kein sicherer Ort
Originaltitel: Everything and Nothing
Autorin: Araminta Hall
Verlag: Bastei Lübbe
Erscheinungsjahr: 2012
Genre: Roman
Seiten: 320
Preis: 8,99€

"Vielleicht war das der Moment, in dem man merkte, wie schlimm es wirklich war, wenn sich das eigene Leben in einen Haufen entsetzlich klischeebeladener Liedzeilen auflöste, von denen man sich wünschte, man hätte sie nie gehört."



Die Donaldson's brauchen dringend ein Kindermädchen: Ruth und Christian arbeiten beide Vollzeit und haben kaum Zeit für ihre Kinder. Sie stellen die, auf den ersten Blick, perfekt wirkende Aggie ein, die sich von nun an auch intensiv um die Kinder kümmert. Doch irgendwas stimmt mit Aggie nicht - und nur langsam kommen die Eltern ihr auf die Schliche.

Es hätte so schön werden können. Wirklich, ich hatte mich sehr auf dieses Buch gefreut. Der Klappentext hat mich auf einen spannungsgeladenen Thriller hoffen lassen, doch leider wurde daraus nichts.
Für mich war es das erste Buch, in dem ich wirklich sämtliche Hauptakteure unsympathisch fand.
Ruth ist die gestresste Mutter, die sich nie mit der Mutterrolle abfinden konnte und deswegen schnell wieder anfing Vollzeit zu arbeiten. Bei ihrer kündigt sich eine schlimme Depression an und sie ist oft überfordert wenn sie sich um ihre Kinder kümmern sollte. So isst Hal zum Beispiel auch mit knapp drei Jahren immernoch keine feste Nahrung und ihre Tochter Betty bekommt schnell Tobsuchtsanfälle und schläft keine Nacht durch.
Christian ist ein arroganter, unzufriedener Mann, der Angst hat erwachsen zu werden und sich mit dem was er hat zufrieden zu geben.
Aggie ist die Einzige, die ich zunächst ansatzweise verstehen konnte. Allerdings wurden ihre Ansichten immer verdrehter und gestörter so dass ich auch sie irgendwann nicht mehr sympathisch fand.
Hauptsächlich werden im Buch die Eheprobleme von Ruth und Christian auseinander genommen und die Probleme bei der Kindererziehung.
Keine Angst, diese Charakterisierungen kann man schon machen, wenn man nur die Leseprobe gelesen hat. (Die findet man übrigens hier: Leseprobe )
Das Buch steuert auf ein zu erwartendes Ergebnis zu und kommt mir am Ende ein bisschen sehr konstruiert vor.
Eins muss ich der Story zu gute halten, es regt doch schon zum Nachdenken an. Sollte man als Eltern sein Kind einfach in die Obhut einer fremden Person geben über die man nicht wirklich viel weiß? In diesem Fall ist es so, dass Ruths Recherche einzig und allein ein Anruf ist, um sich über Aggie zu erkundigen.
Da ich selbst keine Kinder habe, aber das Kindergeschrei von der Tochter meiner Nachbarin durch die Wand hören kann, war ich irgendwann sogar richtig genervt, denn es reicht, wenn ich das ständige Geschrei hören muss, wenn ich dann noch darüber lese.. Nein danke.

Schlussendlich muss ich leider sagen, dass das Buch "Kein sicherer Ort" mich nicht wirklich vom Hocker gehauen hat. Das mag auf der einen Seite daran liegen, dass ich mit falschen Erwartungen angefangen habe zu lesen, auf der anderen Seite konnte ich die ewige Streiterei der Eltern irgendwann nicht mehr ertragen und so war ich dann froh, als ich das Buch gelesen hatte und es weglegen konnte.
Ich denke, jeder der sich bewusst auf ein Familiendrama einlässt wird auf seine Kosten kommen, erwartet man jedoch einen packenden Thriller kann man sich das auf jeden Fall abschminken - denn Spannung kommt überhaupt nicht auf.

1 Kommentare:

LeseMaus hat gesagt…

Huhu, ich habe dir heute einen Award verliehen:
http://lesemausimbuecherhaus.blogspot.de/2012/07/neuer-blog-award-passend-zum-100-post.html

Ich hoffe, du hast ihn noch nicht und freust dich darüber :-)

Liebe Grüße
LeseMaus

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