Freitag, 18. Mai 2012

Rezension: Erin Morgenstern - "Der Nachtzirkus"



Titel: Der Nachtzirkus
Originaltitel: The Night Circus
Autorin: Erin Morgenstern
Verlag: ullstein
Erscheinungsjahr: 2012
Genre: Roman
Seiten: 460
Preis 19,99€

"Nicht ein großes Zelt, sondern viele, jedes mit einer eigenen Schau. Keine Elefanten oder Clowns. Nein, etwas Raffiniertes. Nichts Gewöhnliches: Es soll anders sein, ein einzigartiges Erlebnis, ein rauschendes Fest für die Sinne.Theatralik ohne Theater, Unterhaltung zum Eintauchen. Wir werden die Vorstellungen und herkömmlichen Ideen von einem Zirkus sprengen und ihn vollkommen neu erschaffen."  - Der Nachtzirkus, Seite 74


Der Nachtzirkus kommt überraschend und baut seine Zelte ohne Ankündigung auf. Jeder Besucher erlebt den Zirkus anders, aber eins haben sie alle gemein: Der Zirkus bringt sie zum Staunen. Magie und Fantasie treffen hier zusammen und lassen den Zuschauer mit einer perfekten Illusion verschmelzen.
Doch hinter den Kulissen führen zwei alte Magier einen unerbittlichen Wettstreit über Leben und Tod. Der Zirkus bietet nur die Bühne für die zwei Zauberer die sie ausgebildet haben. Doch Celia und Marco verlieben sich ineinander und wollen nicht mehr gegeneinander kämpfen...

Ein großartiges Buch! Kaum hatte ich das Buch in der Hand wusste ich das ich es unbedingt kaufen muss. Das Cover ist so schön und liebevoll gestaltet, dass ich mich während des Lesens immer wieder dabei ertappte, wie ich über das Buch streichelte um den eingestanzten Zirkus zu erfühlen.

Die Geschichte rund um den Nachtzirkus entführt den Leser in eine ganz andere Welt.
Immer wieder richtet sich das Geschriebene an den Leser und ermöglicht es so, sich ganz und gar in die Geschichte fallen zu lassen.

"Mit der Eintrittskarte in der Hand folgst du einer langen Schlange von Besuchern in den Zirkus und beobachtest beim Warten die rhythmische Bewegung der schwarz-weißen Uhr." Seite 58


Zunächst wird man langsam zum Thema hingeführt, es werden die Anfänge des Wettstreits der Magier erzählt und auch das Leid was Celia und Marco von nun an während ihrer Ausbildung widerfährt. In einem weiteren Handlungsstrang, der weiter in der Zukunft liegt, erfährt der Leser mehr über einen kleinen Jungen namens Bailey, der sich sehr zum Zirkus hingezogen fühlt und auch noch Jahre später gerne in den Zirkus geht, wenn er bei ihm in der Stadt ist. Die verschiedenen Personen der verschiedenen Handlungsstränge werden erst nach und nach miteinander in Verbindung gebracht, fragte ich  mich während des Lesens oft was die Rolle von Bailey in der Geschichte ist, wurde es wirklich erst am Ende mehr oder weniger klar. Das ist auch der einzige Punkt der mich ein wenig stört, ich hatte zu oft das Gefühl komplett im Dunklen zu tappen und hatte oft auch den Verdacht, dass ich etwas überlesen haben muss. Aber nein, erst zum Ende hin fügen sich die Fäden zusammen.

Das Buch hat mich nicht aufgrund der interessanten Geschichte rund um einen Zirkus gefesselt, auch der großartige Schreibstil der Autorin hat es mir angetan. Dank der wunderbaren Beschreibungen konnte ich während des Lesens nicht nur bei den Passagen die  sich an den Leser richteten komplett abtauchen, ich roch die Leckereien, sah die Schlangenfrau vor mir und konnte die Magie förmlich spüren.

"An der Bar werden Cocktails in merkwürdig geformten und getönten Gläsern serviert. Es gibt rubinroten Wein und trübgrünen Absinth. Tapisserien aus leuchtenden Seidenstoffen hängen an den Wänden und sind über alle Möbel drapiert. Die Kerzen in den Wandleuchtern aus Buntglas werfen tanzende Lichter über die Feier und ihre Besucher." Seite 268


Wer blutige Kampfszenen und eskalierende Zauberer erwartet, sollte das Buch besser nicht lesen. Es  klingt im Klappentext zwar so, als würde der Wettkampf hässlich und blutig ablaufen aber im Grunde geht es in dem Wettkampf nur darum, wer stärker und geduldiger ist. Es werden immer wieder neue Zelte erschaffen, wobei eins schöner als das andere ist. Erst gegen Ende erfahren die zwei Verliebten, dass ganze Ausmaß des Wettkampfs, da ihre Ausbilder sie bis dahin immer im Dunkeln tappen ließen.
Ein zauberhaftes Lesevergnügen und eine mal etwas andere Geschichte. Vor allem aber hat die Geschichte mich perfekt aus dem Alltag entführt und hinein in eine fantastische Welt gelockt!

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