Dienstag, 15. Mai 2012

Filmbesprechung: "Friday the 13th"


Titel: Freitag der 13.
Originaltitel: Friday the 13th
Regisseur: Sean Cunningham
Erscheinungsjahr: 1980
Genre: Horror
Laufzeit: 90 Minuten
Drehort: USA


"Sehr blutrünstig, primitiv und unglaubwürdig; ein ebenso dilettantischer wie abstoßender Horrorfilm."
- Lexikon des internationalen Films


im folgenden Text werde ich Informationen zum Killer und Ablauf des Filmes besprechen, wer den Film noch nicht gesehen hat und nicht wissen will wie er ausgeht, sollte den folgenden Text besser nicht lesen. :)


Das Camp Crystal Lake soll nachdem dort vor 30 Jahren zwei Teenager ermordet wurden wieder eröffnet werden.
So machen sich nun 7 neue Aufseher auf den Weg in das abgelegene Blut Camp und werden nach und nach von dem Killer isoliert und dann abgeschlachtet.

Freitag der 13., gehört zu den Klassikern im Horror-Genre und zu dem Mitbegründer des Subgenre der Splatterfilme. In den 80er Jahren galt er als einer der schrecklichsten Horrorfilmen, wogegen er wohl heute eher den ein oder anderen ungewollten Lacher beinhaltet.
Selbst ich, die Angst vor Horrorfilmen hat, hat den Film gut verkraftet. Durch die veralteten Effekte, wirkt er nie zu realistisch und lässt mich dann Nachts noch gut schlafen.
Zum schlafen kamen die Teens in dem Film nicht, denn sobald die Dunkelheit das Camp erreichte, isolierte der Killer ein Opfer nach dem anderen voneinander um sie dann auf grausame Art zu töten.
Natürlich werden hier viele Klischees erfüllt, zum Beispiel sind die Mädchen, selbst das Final-Girl, allesamt relativ dümmlich und naiv. Sie werden sexualisiert und Sex führt wie so oft in Horrorfilmen auch zum Tod. Natürlich gibt es auch andere Stereotype in dem Film, so gibt es zum Beispiel den Witzbold, den "Checker" und den verständnisvollen Typ.
Der Zuschauer erlebt durch die Point-of-View Kameraführung häufig die Sicht des Killers, so zum Beispiel bei dem Mord an Annie im Wald. Der Zuschauer sieht nur eine Hand die das Messer hält um ihr dann die Kehle durchzuschlitzen.
Im allgemeinen ist der Zuschauer oft der Beobachter der Szenen - zum Beispiel bei einer Badszene oder als die Teenager sich im See vergnügen, wobei diese Beobachtersicht meist eben auch die Sicht des Killers ist.
Musik wird recht selten eingesetzt, eigentlich hat nur der Killer eine eigene Erkennungsmelodie, die immer dann einsetzt, wenn er sich wieder ans töten macht. Einprägsam war für mich neben der Erkennungsmelodie, die durch dissonanten Streichereinsatz sehr unangenehm war, auch das vom Komponist eigens eingesprochene "Ki Ki Ki, Ma Ma Ma" - was soviel bedeutet wie - Kill her Mommy. Spätestens jetzt ist dann klar, der Killer ist eigentlich eine Killerin und diese will sich an den Aufsehern dafür rächen, dass ihr Sohn Jason in den 50er Jahren im See ertrunken ist und niemand ihn gerettet hat, weil die Aufseher sich lieber mit sich selbst beschäftigt haben.
Für den Zuschauer, der vorher nicht nachgeschaut hat, was Ki Ki Ki, Ma Ma Ma bedeutet wird erst zum Schluss klar, dass die Mutter mordet und zwar dann, als Alice, das Final Girl, bemerkt, dass ihre Freunde alle tot sind und sie versucht zu fliehen.
Pamela Voorhees, ihre vermeintliche Retterin aus der Misere, entpuppt sich aber schnell als schizophrene Killerin - die kaum tot zu kriegen ist, sondern auch nach einem harten Schlag auf den Hinterkopf aufsteht und in der Stimme von Jason mit sich selbst spricht.
Schlussendlich köpft Alice sie dann mit einer Machte und ist somit gerettet, aber anstatt wegzurennen, setzt sie sich ans Ufer und wartet. Ich weiß, dass Horrorfilme nicht logisch sein müssen und vielleicht auch nicht sollen, aber bei Freitag der 13., gibt es sehr viele Klischees und Stereotype. Da der Film allerdings in den 1980er Jahren gedreht wurde und somit eher einer der Begründer des Slashergenres war, sind die von mir heute als Klischees empfundenen Szenen wohl eher als wegweisende Elemente zu deuten, die den Horrorfilm bis heute prägen.
Einige möchte ich nun, ergänzend zu den oben genannten, aufführen:
- Die Teenager verhalten sich alle sehr naiv, so wird zum Beispiel Annie direkt am Anfang von den Einwohnern des Dorfes gewarnt und ihr wird empfohlen schnellstmöglich wegzufahren. Sie lässt sich davon jedoch nicht beirren und steigt besonnen zu einem ihr unbekannten LKW-Fahrer ins Auto und später dann in den Truck ihres Killers. Die Tendenz, dass die Teenager immer dann getötet werden, wenn sie etwas falsch machen ist in diesem Film auch stark zu erkennen, so trampt Annie zum Beispiel, was eher verpöhnt war, oder die Teenager rauchen Gras (um nur zwei Beispiele zu nennen). Selbst als sie vom Polizisten gewarnt werden, dass sie vorsichtig sein sollen, haben sie für ihn nur Spott und Hohn übrig. Nunja, sie werden später noch daraus lernen.
- Die Lichtgestaltung ist so gewählt, dass das Licht die Teenager locken soll, und die Dunkelheit auch für nichts gutes steht - der Tod ist also eigentlich unausweichlich.
- Auf Sex folgt der Tod
- Die Mädchen sind eher dümmlich und naiv, die Männer Proleten
- Strom fällt aus, Unwetter setzt ein
- Sie sind komplett von der Aussenwelt abgeschnitten
- Marcia hört Geräusch, hat Angst, reißt aber den Duschvorhang auf.
Ungewöhnlich ist aber, dass der Bösewicht des Films eine Frau ist, dass habe ich in den wenigen Horrofilmen die ich bisher gesehen habe, selten erlebt.

Ich bin nicht gerade der größte Horrofilm-Fan aller Zeiten, ich habe eher Probleme mit solchen Filmen und verbringe dann Nächte mit Albträumen. Hier war das anders. Sicher hat das etwas damit zutun, dass der Film schon 32 Jahre alt ist, aber auch damit, dass die Story an sich so gestrickt ist, dass ich mich weder mit den Teenagern identifizieren konnte, noch mit der Killerin (was ja eh eher die Ausnahme darstellt ;)), so kann ein Film natürlich nicht funktionieren und wirken.
Aber der Film ist definitiv unterhaltend, und birgt den ein oder anderen Schockmoment, sowie lustige Szenen (wenn auch ungewollt). Die folgenden Filme dieser Reihe, die mit 11 Filmen ja nicht gerade klein ist, werde ich mir allerdings nicht anschauen, denn je neuer die Filme, desto realistischer und brutaler werden die Metzelszenen und mein Schlaf ist mir dann doch zu wichtig, als das ich ihn aufs Spiel setzen würde.

 

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