Montag, 23. April 2012

Rezension: Rita Falk - "Hannes"


Titel: Hannes
Autorin: Rita Falk
Verlag: dtv
Erscheinungsjahr: 2012
Genre: Roman
Seiten: 208
Preis 17,90 €

"Heute ist der Jahrestag. Es ist auf den Tag und die Stunde genau dieselbe Zeit. Es hat sich gejährt, mein Freund. Mein lieber Freund, Hannes."


In "Hannes" dreht sich alles um eine tiefe und intensive Freundschaft zwischen zwei jungen Männern.
Nach einem schweren Motorradunfall liegt Hannes im Koma und nichts deutet daraufhin, dass er jemals wieder aufwacht. Unerschütterlich besucht sein Freund Uli ihn im Krankenhaus, Tag für Tag, Woche für Woche, Monat für Monat. Er gibt nie die Hoffnung auf und schreibt seinem Freund Briefe, die ihm helfen sollen sich zu erinnern, wenn er wieder aufwacht.

"Hannes" ist das erste Buch das ich von Rita Falk gelesen habe. Ihre Krimis sah ich oft im Buchladen, habe aber nie zugegriffen. Bei "Hannes" war das anders, ich habe bereits vor einiger Zeit eine Leseprobe gelesen und war sofort hin und weg. Ich wusste, das Buch muss ich lesen.

Sobald man die ersten Seiten gelesen hat, merkt der Leser, das er es hier mit einer besonderen Männerfreundschaft zutun hat. In mehreren Rückblenden erzählt Uli von Phasen der Freundschaft, lustigen Anekdoten oder schlicht Erlebnissen, die die beiden noch enger zusammen geschweißt haben.
Das der Roman in Briefform geschrieben ist, finde ich toll. Für mich war es mal wieder etwas anderes und auf dieser Ebene lernt man Uli sehr gut kennen und fühlt intensiv mit ihm mit. Er offenbart seine Gefühle komplett vor Hannes und schreibt nicht nur über seine Trauer sondern auch über die Hoffnung, die sich bei jedem Händedruck oder anderen Reaktionen von Hannes auftut. Aber auch um Ulis Arbeit im "Vogelnest", einer psychiatrischen Einrichtung in der er seinen Zivildienst absolviert, um den Besuch seiner anderen Freunde am Krankenbett, die Ärzte und das Leben seiner Eltern, sowie um Hannes' Eltern, geht es oft.
Es ist Rita Falk gut gelungen, allen Charakteren etwas eigenes zu geben und alle kamen mir gleich wichtig für die Geschichte vor. So geht es noch um Verrat, Angst, Verzweiflung und die Einsicht, dass sie alle in dieser schlimmen Situation zusammen halten müssen.

Ich habe das Buch sehr schnell durchgelesen und es hat mir richtig gut gefallen. Die bayrische Ausdrucksweise hat mich überhaupt nicht gestört. Da die Handlung in Bayern spielt, habe ich das eigentlich auch erwartet, denn hätte Uli Briefe auf Hochdeutsch geschrieben hätte ich das wohl nicht für ganz so glaubwürdig gehalten. So enden die Briefe auch öfter mal mit "Naja." oder "Egal." - eben so wie bei mir Emails  oder Briefe an Freunde oft diese Wörter enthalten.
Zum Ende hin musste ich dann auch das ein oder andere Tränchen weg blinzeln, und war wirklich ergriffen, denn es ist ein sehr gefühlvolles Buch.

Eine großartige Geschichte über Freundschaft - die mir gezeigt hat, dass man nie die Hoffnung aufgeben sollte und immer für die Leute da sein muss, die man liebt.


1 Kommentare:

Petzi hat gesagt…

Sehr, sehr schön geschrieben. :) Ganz tolle Rezi!

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