Montag, 30. April 2012

Rezension: Michael Schmid - "Fragmente des Wahns"


Titel: Fragmente des Wahns
Autor: Michael Schmid
Verlag: AAVAA
Erscheinungsjahr: 2012
Genre: Thriller
Seiten: 287
Preis: 11,99€ als eBook 6,99€

"Zuerst war nichts, nur Stille. Ein leises Rauschen. Dann ertönte die Stimme, welche sein Leben erneut auf den Kopf stellen sollte."

Alex wacht leicht verletzt in einem Krankenhaus auf. Doch was ist passiert? Er kann sich an nichts mehr erinnern, ausser an den weißen Suzuki hinter dem er sich eingeordnet hat.
Nach kurzer Zeit wird er dann auch schon wieder in Freiheit entlassen und kann zusammen mit seiner Frau Lisa den dritten Geburtstag seiner Tochter Lilly feiern. Doch plötzlich bekommt Alex immer öfter Anfälle und Halluzinationen. Als sein CT als normal eingestuft wird, macht er sich langsam sorgen, denn er kennt die Personen in seinen Vorstellungen nicht, aber dennoch wirken sie sehr vertraut. Alex begibt sich nun auf eine Reise in seine eigene Hölle, auf der Suche nach der Wahrheit.

Leider schaffte der Thriller es nicht mich besonders zu überzeugen, ich hatte mir nach einer vielversprechenden Inhaltsangabe einfach mehr erhofft. So hat sich der Anfang des Buches sehr in die Länge gezogen, 1/4 des Buches drehen sich nur um das belanglose Dasein von Alex im Krankenhaus. Bis dahin ist also noch nichts passiert und es hätte ein netter Liebesroman werden können, denn nichtmal unterschwellig wurde es spannend und ich spürte zu keinem Zeitpunkt, dass das Grauen immer näher kriecht. Wirklich schade, denn der Thriller hat wirklich Potenzial.
Alex schweift immer wieder in seine Halluzinationen ab, welche dann auch endlich für ein bisschen Spannung sorgten, denn auf einmal tauchen ganz andere, unbekannte Personen auf, die dem Leser bis dato unbekannt waren - ein erster "Aha-Moment" meinerseits und ab diesem Moment war ich dann auch einigermaßen gefesselt und wollte wissen wie es weitergeht.
Sprachlich konnte ich auch über einige Dinge nicht hinweg sehen, wie zum Beispiel die Dialoge.
So wirken diese, oft konstruiert und überhaupt nicht glaubwürdig. Zum Beispiel telefoniert Lisa irgendwann mit einer Freundin und lässt ihren Frust raus über die Beziehung zu Alex. Allerdings fand ich es hier recht übertrieben und unglaubwürdig, nach zwei (!) Tagen schon so zutun, als würde die Ehe am seidenen Faden hängen. Bei Lilly hat der Autor hingegen meines Erachtens gute Arbeit geleistet, denn sie spricht durchgehend in einer Sprache die ihrem Alter entspricht.

Das Ende des Thrillers hat mich dann aber doch beeindruckt, diese Wende in der Geschichte hätte ich nun wirklich nie erwartet und hat mich auch erstmal sprachlos zurückgelassen.
Dadurch, dass der Thriller wirklich Potenzial hat und abgesehen von dem etwas langatmigen Anfang auch spannend war, hatte ich am Ende wirklich Spaß beim Lesen. Der Thriller kommt ohne großes Blutvergießen aus, gibt dem Leser einen Einblick in die Psyche des verwirrten Alex und trumpft am Ende mit einem krassen Ende auf. Das Debüt kann sich trotz Schwächen wirklich sehen lassen und ich bin gespannt auf das, was noch von Michael Schmid auf den Markt kommt!



1 Kommentare:

Petzi hat gesagt…

Sehr gute Rezi und genau meine Meinung. Hab dem Buch auch nur 3 Kiwis gegeben. ;)

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