Dienstag, 7. Februar 2012

Rezension: Jonas Jonasson - "Der Hundertjährige, der aus dem Fenster stieg und verschwand"

Allan Karlsson wird 100 und das soll groß gefeiert werden. Aber nicht wenn es nach dem alten Herrn geht, der andere Geburtstagspläne hat.
Also klettert er aus dem Fenster, tappst im Blumenbeet rum und entschließt sich dann zu fliehen.
In dem ortseigenen Reisebüro angekommen, kann Allans Roadtrip beginnen. Und was für eine göttliche Fügung das der dümmlich wirkende Jüngling auf dessen Jacke "Never again" steht ihm seinen Koffer anvertraut.
Als Allans Bus kommt, entschließt er sich den Koffer zu klauen und so nimmt das Unglück für den jungen Mann seinen Lauf und der Roadtrip für den 100 Jährigen geht los.

Das Buch "Der Hundertjährige, der aus dem Fenster stieg und verschwand" zählt nicht umsonst zu den meistgelesenen Büchern des letzten Jahres:
Die Rückblenden in das nun wirklich spannende Leben des Allan Karlsson präsentieren einen naiven, wie auch skrupellosen aber vorallem immer optimistischen und humorvollen Jungen und später dann Mann.
Da sein Vater schon früh starb als er für sein eigenes eingezäuntes Stück Land in Russland kämpfte und die Mutter irgendwann auch dahin schied war Allan schnell auf sich alleine gestellt.
Er wurde Dynamitexperte. Das brachte ihm dann auch schnell viele Freunde, gerade die Sowjetunion und Amerika waren sehr interessiert an dem jungen Mann der drei Jahre auf der Schule verbracht hat.
Warum? Nunja, Allan konnte erklären was viele hochkarätige Physiker zu der Zeit nicht konnten.
Aber das war bei weitem nicht alles, denn gelebt hat Allan so richtig. Der Leser wird auf den 416 Seiten immer wieder in spannende, skurrile und lustige Episoden aus dem Leben des Rentners entführt.
Ausser spannenden Geschichten rund um Politik und Religion (von den Themen will Allan aber eigentlich gar nichts hören!) wird auch jede Menge Schnaps getrunken.
Denn vertrauen kann man nur denen die auch ordentlich einen mit dir trinken!
Auf seiner Flucht aus dem Seniorenheim im Hier und jetzt trifft Allan auf verschiedene Menschen die schnell seine Freunde werden aber auch auf die Gangstergruppe "Never again" denn in dem Koffer waren nicht wie gehofft Klamotten sondern viel mehr ein riesiger Batzen an Schwedischen Kronen. Den wollen sie natürlich wieder haben und so beginnt mal wieder ein Wettlauf gegen die Zeit.

Dieses Buch ist wirklich grandios. Oft musste ich laut lachen, oft auch einfach nur mit dem Kopf schütteln. In den 100 Jahren die der Protagonist gelebt hat ist nämlich so einiges passiert - nicht nur  politisch gesehn und in den Rückblenden wird dies auch gesellschaftskritisch reflektiert und erzählt.
So hatte Allan das Vergnügen ob er nun wollte oder nicht, sämtliche wichtigen Politiker der Zeit zu treffen, die ihn doch nur alle mit ihrem Geschwätz gelangweilt haben.

In diesem Sinne: Jesli tschelowek kurit, on plocho igrajet v futbol.

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